Grunderneuerung in den Abschnitten Bad Hersfeld West und Ost
Daten & Fakten
- Gesamtlänge ca. 10,7 km
- Abschnitt Bad Hersfeld West ca. 3,8 km
- Abschnitt Bad Hersfeld Ost ca. 6,8 km
- Bauende Abschnitt West: vsl. 2033
- Bauende Abschnitt Ost: vsl. 2031
Projektbeschreibung
Die Abschnitte Bad Hersfeld West und Ost sind Teil des Gesamtprojektes zur Grunderneuerung der A 4 mit Anbau von Standstreifen und Zusatzfahrstreifen zwischen dem Autobahndreieck A 7 / A 4 Kirchheim und der Anschlussstelle Wildeck/Obersuhl.
Bauabschnitt Bad Hersfeld West
Mit der Grunderneuerung des Abschnittes Bad Hersfeld West werden ein frostsicherer Fahrbahnausbau sowie eine Optimierung der Trasse verfolgt. Gleichzeitig werden die Brücken erneuert und auf insgesamt rund 3,2 Kilometern Länge Lärmschutzwände im Bereich „Eichhof“ und „Johannesberg“ errichtet, die zusammen mit dem im Planfeststellungsverfahren eingebrachten lärmmindernden Fahrbahnbelag zu einer erheblichen Verringerung der Lärmbelastung in den Wohngebieten führen. Zusätzlich werden beidseitig durchgehende Standstreifen und Zusatzfahrstreifen in den Steigungsstrecken auf insgesamt rund 2,4 Kilometern Länge angebaut. Damit wird die Verkehrssicherheit und Verkehrsqualität für die für 2030 prognostizierten 39.250 Fahrzeuge pro Tag verbessert. Der prognostizierte Schwerverkehrsanteil ab 2,8 Tonnen Gesamtgewicht liegt bei 33,7 Prozent, der Schwerverkehrsanteil ab 3,5 Tonnen bei 25,4 Prozent.
Der Abschnitt schließt an den fertiggestellten Bauabschnitt Kirchheim Ost westlich der Eichhofsiedlung an und fällt südlich der Siedlung ins Fuldatal ab. Nach Kreuzung der B62 und der Bahnstrecke Bad Hersfeld-Hatterode quert die A4 die Fuldaaue und die Fulda. Die Strecke verläuft dann nördlich des Johannesberges, wo auf dem Gelände der alten Autobahnmeisterei ein Parkplatz mit WC an der Richtungsfahrbahn Eisenach errichtet werden soll. Das Bauende schließt an den bereits erneuerten Abschnitt rund 400 Meter westlich der Anschlussstelle Bad Hersfeld an. Die Streckenlänge beträgt insgesamt 3,9 Kilometer. Als umweltfachliche Maßnahmen sind u. a. die Offenlegung des Becherbaches im Bereich der Wirtschaftswegeunterführung sowie die Verlegung des Fulda-Altarmes in der Fulda-Aue vorgesehen. Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 23. Dezember 2019 unterzeichnet und ist mit Ablauf des 2. März 2020 bestandskräftig .
Bauabschnitt Bad Hersfeld Ost
Mit der Grunderneuerung sind ein frostsicherer Ausbau der Fahrbahn und eine Verbesserung der Trasse in Grund- und Aufriss vorgesehen. Gleichzeitig werden die Brücken erneuert und auf insgesamt rund 1,4 Kilometern Länge Lärmschutzwände im Bereich „Hohe Luft/Petersberg“ und „Kühnbach“ erstellt, die zu einer erheblichen Verringerung der Lärmbelastung in den Wohngebieten führen. Neben den Lärmschutzwänden ist ein lärmarmer Gussasphalt als lärmmindernder Fahrbahnbelag auf der freien Strecke vorgesehen. Zusätzlich werden beidseitig durchgehende Standstreifen und Zusatzfahrstreifen in den Steigungsstrecken angebaut. Der Planungsabschnitt Bad Hersfeld Ost schließt an die bereits fertiggestellte Anschlussstelle Bad Hersfeld an und steigt entlang der Wohnsiedlung Kühnbach und des Bad Hersfelder Stadtteils Petersberg in östlicher Richtung an. Hier soll ein Parkplatz mit WC an der Richtungsfahrbahn Kirchheim errichtet werden. Die Strecke verläuft dann südlich der Stadtteile Sorga und Kathus und kreuzt dabei die B62, die ehemalige Kreisbahntrasse (jetzt Solztal-Radweg) und die Solz. Das Bauende schließt an den Planungsabschnitt Friedewald an. Der Planungsabschnitt hat eine Länge von 6,8 Kilometer. Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 21. August 2014 von Herrn Minister Al-Wazir unterzeichnet. Der Planfeststellungsbeschluss ist mit Ablauf des 30. November 2014 bestandskräftig.
Zeitplan
Bauabschnitt Bad Hersfeld West
Der Beginn der Hauptbaumaßnahme des ersten Teilbauabschnitts erfolgte im ersten Quartal 2025. Die Bauzeit des ersten Teilbauabschnitts beträgt ca. vier Jahre.
Die Vorabmaßnahme Ertüchtigung der Bauwerkes B62 und DB und Einbau einer Plattform am Bauwerk Fulda wurden im Jahr 2021 durchgeführt. Eine weitere Vorabmaßnahme für die Einrichtung der benötigten 4+0 Verkehrsführung wurde im Jahr 2022 durchgeführt.
In 2023 wurden weitere erforderliche Maßnahmen zur Baudurchführung der Hauptbaumaßnahme hergestellt (z. B. Herstellung Messpfeilerr und Baustraßen).
Der zweite Teilbauabschnitt Bad Hersfeld West befindet sich in der Planungsphase.
Bauabschnitt Bad Hersfeld Ost
Die Baudurchführung des ersten Teilbauabschnitts ist seit August 2021 im Bau und dauert voraussichtlich bis zum ersten Quartal 2027. Der zweite Teilbauabschnitt wird direkt daran anschließen.
Abschnitte
Der Ausbau der A 4 zwischen dem Autobahndreieck A7/A4 Kirchheim und der Anschlussstelle Wildeck/Obersuhl ist in fünf Planungsabschnitte und in sieben Bauabschnitte unterteilt (siehe Übersichtslageplan). Der Abschnitt Bad Hersfeld West ist der dritte Bauabschnitt. Der Abschnitt Bad Hersfeld Ost ist der vierte Bauabschnitt.
Der Bauabschnitt Bad Hersfeld West und der Bauabschnitt Bad Hersfeld Ost sind in jeweils zwei Teilbauabschnitte (TBA) unterteilt. Begonnen wurde aus bautechnischen Gründen im ersten Teilbauabschnitt des dritten Bauabschnitts im August 2021.
Bauabschnitt Bad Hersfeld West
1. Teilbauabschnitt
- Baulänge: rund 2,6 km
- Bauwerke:
- Abbruch und Neubau Unterführung Becherbach
- Abbruch und Neubau Unterführung Stadtstraße Eichhof
- Abbruch und Neubau Unterführung B62 und DB
- Abbruch und Neubau Unterführung Fuldaaltarm
- Abbruch und Neubau Unterführung Fuldabrücke
- Lärmschutzwand (LSW): Neubau LSW Eichhof
- Sonstiges: drei Regenrückhaltebecken
- Baubeginn: voraussichtlich erstes Quartal 2025
- Bauzeit: ca. 4 Jahre
2. Teilbauabschnitt
- Baulänge: rund 1,4 km
- Bauwerke:
- Abbruch und Neubau Unterführung Wirtschaftsweg
- Abbruch und Neubau Unterführung Stadtstraße Johannesberg
- Abbruch Durchlass Fußweg
- Abbruch und Neubau Unterführung Mühlbach
- Lärmschutzwand: Neubau LSW Johannesberg
- Sonstiges: Neubau der PWC-Anlage Johannesberg auf dem Gelände der ehemaligen Autobahnmeisterei Bad Hersfeld und Neubau eines Regenrückhaltebeckens
- Baubeginn: frühestens nach Baudurchführung des 1. Teilbauabschnitts
Bauabschnitt Bad Hersfeld Ost
1. Teilbauabschnitt
- Baulänge: rund 4 km
- Bauwerke: Unterführung Helfersgraben und Überführung K17
- Lärmschutzwände: Petersberg und Kühnbach
- Park und WC-Anlage Hohe Luft
- Baubeginn: 23. August 2021
- Bauzeit: vorrausichtlich bis erstes Quartal 2027
2. Teilbauabschnitt
- Baulänge: rund 2,8 km
- Bauwerke: Unterführung B62, Unterführung Radweg (Kreisbahn), Unterführung Solzbach, Unterführung Wirtschaftsweg
- Sonstiges: zwei Regenrückhaltbecken
- Baubeginn: frühestens nach Baudurchführung des 1. Teilbauabschnitt Bad Hersfeld Ost
Historie
Die zwischen 1934 und 1943 als Strecke 81 gebaute Reichsautobahn vom Kirchheimer Dreieck bei Bad Hersfeld bis Eisenach war die letzte im Deutschen Reich 1933 bis 1945 halbwegs vollendete Autobahn. 1940 wurde die Strecke bis zur Anschlussstelle Bad Hersfeld zweibahnig und bis zu einer provisorischen Anschlussstelle bei Sorga einbahnig eröffnet. Der Abschnitt zwischen Sorga und Eisenach war am 1. Juli 1943 die letzte Eröffnung einer Reichsautobahn vor der kriegsbedingten Einstellung aller Autobahnarbeiten im Reichsgebiet. Auf der Trasse war jedoch nur eine Richtungsfahrbahn betoniert und die Weihetalbrücke bei Gerstungen und die Talbrücke Wommen wurden nicht mehr fertiggestellt und mussten umfahren werden; mit dem Bau der Werratalbrücke Hörschel war nicht mehr begonnen worden.
Verschub des Fuldabrücke am 25. Juni
Ein wichtiger Bauschritt der Grunderneuerung steht unmittelbar bevor: Die in den vergangenen Monaten neben der Autobahn errichtete neue Fuldabrücke wird am 24. und 25. Juni über den Fluss in ihre endgültige Position geschoben. Dieser Verschub des 1.100 Tonnen schweren Bauwerks dauert rund zwei Tage, obwohl nur eine Strecke von rund 130 Metern zurückgelegt werden muss.
Die Autobahn GmbH bietet den Medien Gelegenheit, beim Verschub dabei zu sein, sodass nicht nur an dieser Stelle darüber berichtet werden dürfte.
Ansprechpartner
Joachim Schmidt
Pressesprecher
E-Mail-Adresse
presse.nordwest[@]autobahn[.]de
Telefon
+49 661 480 187 222
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung: NordwestFlemingstr. 20-22
36041 Fulda